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Ein Pilz zum Feuer machen...

Aktualisiert: 6. Feb. 2018



Dieses Männlein im Walde ist der echte Zunderschwamm (Fomes fomentarius). Der Pilz kann sich an geschwächten Laubgehölzen als Parasit und an totem Holz als Zersetzer ernähren.

Sehr interessant ist, dass dieser Pilz für unsere Vorfahren eine größere Bedeutung hatte. Vielleicht kann man es an dem Namen schon erahnen – man kann nämlich Zunder aus ihm herstellen. Als Zunder versteht man ein sehr leicht brennbares Material, das mit Funkenschlag oder nur wenig Glut eine Flamme erzeugen kann. Gerade in Zeiten ohne Feuerzeug und Streichhölzer war Zunder von großer Bedeutung. Bereits im Neolithikum (Jungsteinzeit) wurde hier in Europa die locker-filzige Mittelschicht aus diesem Pilz, die sogenannte Trama, zu Zunder verarbeitet. Später wurde die Zundergewinnung aus dem Pilz sogar noch modifiziert. Dabei wurde diese flizige Schicht (Trama) gekocht, lange weichgehämmert, in Urin eingelegt und anschließend getrocknet.


Der jetzt entstandene Zunder fängt wesentlich besser Funken ein, ist aber ein wenig aufwendiger herzustellen. Wer das selber mal testen will, muss ihn nicht unbedingt in Urin einlegen, sondern kann auch eine Salpeterlösung verwenden :)


Übrigens: Nicht jeder dieser an den Bäumen wachsenden Pilze ist gleich ein Zunderschwamm. Er wird häufiger mal mit anderen Lackporlingen verwechselt, vor allem weil der Pilz je nach Alter und Wirtsbaum verschiedene Größen und Farben von hell über rötlich bis schwarz vorweisen kann.

Der Zunderschwamm hatte ebenfalls eine große Bedeutung als Vital- und Heilpilz. Dabei ist vor allem seine Blut stillende Wirkung hervorzuheben. In heutiger Zeit gewinnt er da wieder an Bedeutung und wird Objekt medizinischer Forschung. In der Volksheilkunde wird er eh geschätzt. Außerdem wurden früher Alltagsgegenstände, wie Hüte, Taschen und vieles mehr aus diesem filzigen Freund hergestellt. Ein echter Allroundpilz also ;) !

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