• Matze

Ein Pilz zum Fliegen?

Aktualisiert: 6. Feb. 2018



Der folgende Artikel dient zur Information und soll nicht zum Konsum gefährlicher Substanzen anregen!

Der Fliegenpilz (Amanita muscaria)... Wer in das Pilzbuch schaut sieht neben dem Pilz einen Totenkopf mit der Überschrift "giftig". Der Pilz gehört neben den hochgiftigen Knollenblätterpilzen zu der Gattung der Wulstlinge. Aber stimmt es, dass auch der bekannte Fliegenpilz wirklich so gefährlich ist?

Nunja... wer nach Speisepilzen sucht, sollte den Fliegenpilz unbedingt weiter meiden, aber ein wenig Hintergrundwissen kann ja ganz spannend sein!

Der Fliegenpilz ist nämlich nicht der tödlich giftige Pilz, als der er verschrien ist. Er enthält als wirksame Bestandteile Ibutensäure und Muscimol. Gerade das zweite, das Muscimol, gilt als psychotrope Substanz, die bisher nur bei dieser Gattung bekannt ist. Bei richtiger Dosierung kann es zu einem Delirium führen, welches eine tiefgründige Reise bedeuten kann. Allerdings mit dem Hinweis zu gefährlichen Nebenwirkungen! Die Medizin nennt das Phänomen Pantheriana-Syndrom.


Interessant ist, dass der Pilz schon vor Jahrtausenden bei Schamanen und Heilern eingesetzt wurde. In Sibirien und in nordischen Kulturen sollen durch den Pilz Kontakt zu anderen Welten und Wesen hergestellt worden sein, was sich durch die Halluzinationen im Rauschzustand erklären lässt. Allgemein gilt der Pilz als eines der ältesten Rauschmittel, das vom Menschen genutzt wurde.


Wer das nächste Mal einen Fliegenpilz sieht, kann ja mal daran denken, welche unfassbare natürliche Kraft in diesem Wesen steckt. Todesfälle nach Einnahme des Pilzes wurden übrigens noch nicht dokumentiert.

Witzig finde ich, dass ein Pilz mit so einer Wirkungskraft in unserer Kultur als Glückssymbol gilt und recht oft als Deko verwendet wird.

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